Erschütternd, beschämend: „Planet of the humans“

Selten zuvor hat mich eine filmische Dokumentation so erschüttert, ja geradezu aufgewühlt wie „Planet of the humans“ von Jeff Gibbs. So positiv der Filmtitel im ersten Moment klingen mag, im Verlauf der Doku und vor allem in den Schlussminuten wird deutlich, dass er nur die sarkastische Überschrift über unseren schändlichen Umgang mit der Natur und ihrer forcierten Ressourcen-Ausbeutung ist.

Finale Headline über den Untergang der Menschheit.

In der von Michael Moore produzierten Dokumentation erschafft Regisseur, Autor und Moore-Langzeit-Filmgefährte Gibbs eine reale Dystopie, die den Atem stocken, das Blut in den Adern gefrieren lässt. Detailliert recherchiert beschreibt Gibbs seine eigene facettenreich faktenbasierte Desillusionierung als Verfechter alternativer Energieformen.

Stück für Stück entlarvt sein Film, dass grüne Philosophie und Technologie nicht mehr als eine von den Milliardären dieser Welt rosa gefärbte riesige Seifenblase ist. Dass sie schon in naher Zukunft zerplatzen wird, daran kann nach diesem Film kein Zweifel bestehen.

Eine einzige große Green Energy Lüge und Ökoheuchelei

Der Glaube an Solar- und Windenergie entpuppt sich als nicht mehr als eine fatale Kette von Lug und Selbstbetrug, insbesondere auch vieler grüner Organisationen, die wie blinde, die Wahrheiten ignorierende und leugnende Lemminge auf den Abgrund zurennen. Brav hinter den profitgierigen Treibern her laufend. 

Von den üblichen, skrupellosen Ausbeuter-Verdächtigen wie Goldmann Sachs und Blackrock über vermeintliche Umweltwohltäter wie Virgin-Gründer Richard Branson bis zum (und das macht fassungslos) US Ex-Vizepräsidenten Al Gore zeigt Gibbs die hässlichen Fratzen hinter dem Traum von grünen Alternativen. Gore, der für seine Klimakrisen-Doku „Eine unbequeme Wahrheit“ aus dem Jahr 2006 sogar mit Oscar und Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, wird hier als einer der größten Heuchler überhaupt demaskiert. 

Unersättliche Profitgier getarnt als Umweltwohltaten

Die bittere Wahrheit ist, dass die Industrie der Sonnen- und Windtechnologien nicht nur nicht die fossilen Brennstoffe auch nur halbwegs zu ersetzen vermögen, sondern dass im Gegenteil deren Produktion und Betrieb Unmengen an zusätzlich benötigten fossilen Ressourcen verschlingt und somit nutzlos verschwendet. Eine einzige Blendwerkmaschinerie, die allein durch den unersättlichen Motor des Raubtierkapitalismus angetrieben und mit Umweltsünden noch und noch gefüttert wird. 

So werden für die Herstellung von Biotreibstoffen und für die Betreibung von Biomasseanlagen, die in den USA als vorgebliche erneuerbare Energievorbilder wie Pilze aus dem Boden schießen, die Holzreserven der Welt für sogenannte „Wood Chips“ zur Befeuerung eben jener Anlagen drastisch minimiert. Noch ernüchternder: dabei entweicht nicht nur jede Menge Kohlenstoff, sondern zudem auch andere von den Bäumen eingespeicherte Schadstoffe, die bei deren Abholzung freigesetzt werden.

Lebewohl, Menschheit – Schande über uns alle

Wenn Jeff Gibbs gegen Ende seines Films in eine noch heil wirkende, wunderbare Natur schaut und dabei seine offenbare Verzweiflung über die Menschheit und ihr selbstzerstörerisches Tun sichtbar, ja spürbar wird, löst der Kloß im eigenen Hals bereits Würgereiz aus.

Gibbs simples, keineswegs neues, aber nun umso drastischer wirkendes Fazit: Das Ende der Menschheit ist nur abwendbar, wenn wir endlich begreifen und konsequent danach handeln, also deutlich mehr Konsumverzicht beherzigen, dass auf dem begrenzten Planeten Erde kein unbegrenztes Wachstum möglich ist. Angesichts stetig wachsender Population und deren Bedürfnisbefriedigung ein unmöglich erscheinendes Unterfangen.

Die letzten Szenen des Films sind dann kaum zu ertragen, weil sie das erschütternde Ausmaß der von uns allen mutbetriebenen Natur- und Lebensraumvernichtung auf eine Weise zeigen, die einem die Seele aus dem Leib reißen. Ich selbst konnte angesichts der trostlos jammervollen Bilder eines meine Zukunft spiegelnden Menschenaffen nur noch weinen und abgrundtiefe Scham über mich, meine Spezies und meinen Anteil an der Apokalypse empfinden. 

„Planet of the humans“, der bezeichnenderweise am „Earth Day“ 2020 Premiere hatte, ist meiner Ansicht nach die wichtigste, nachdrücklichste und im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltigste Dokumentation des Milleniums. Sie steht derzeit komplett (im Original mit Untertiteln) auf YouTube bereit. Seht sie Euch an, beginnt an Euch und falschen Versprechen und Illusionen zu zweifeln und Euer Verhalten zu ändern. Obwohl es offensichtlich bereits zu spät dafür ist.

planetofthehumans.com

2 Gedanken zu „Erschütternd, beschämend: „Planet of the humans“&8220;

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.