Musikalische Verbrüderung: Brian und Roger Eno

Was für eine schöne Überraschung. „Mixing Colours“ heißt das erste offizielle gemeinsame Opus von Roger Eno und Brian Eno, die nicht nur qua Herkunft, sondern auch im Geiste Brüder sind. Das Album erscheint am 20. März bei der Deutschen Grammophon, darf also bereits vor Veröffentlichung als zukünftiger „Klassiker“ eingeschätzt werden.

Brian und Roger gelten als prägende Persönlichkeiten der experimentellen Ambient Musik. Während der ältere Bruder Brian durch seine Zeit bei Roxy Music, durch vielfältige Produktionsarbeiten von Bowie über Talking Heads bis U2 auch in der Popkultur vielfältige und nachhaltige Spuren hinterlassen hat, ist Roger vor allem Film- und Theaterfans durch seine ambitionierten Soundscapes bekannt, die stets auch Kopfkino bedeuten.

Was das Bruderpaar über die persönliche Beziehung hinaus verbindet, ist die Leidenschaft für ausgiebige, intensive, teils avantgardistischen Klangtüfteleien. Diese Gemeinsamkeiten betont Roger Eno dann auch gleich in einem Statement zur Platte: „There’s a huge commonality between what we’re interested in.” Brian Eno äußert sich zum künstlerischen Stil und Sounddesign von „Mixing Colours“ folgendermaßen: “These pieces are very Impressionistic and very much to do with sonic quality, sonic colour.” 

Man darf also von dieser speziellen, über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstandenen Ambient-Kollaboration mit über 70 Minuten Spielzeit (18 Tracks) eine kunstfertige Palette von Pastellklangfarben erwarten, die Ohren und Bewusstsein gleichermaßen öffnet. In den Liner Notes liest sich das so: The result is deep-dive listening and landscapes of sound bearing titles like abstract art: Obsidian, Deep Saffron, or Wintergreen.

Na dann, holt schon mal die guten Kopfhörer raus, damit euch ab dem 20. März kein wohlgesetzter Farb-Ton der Eno-Brüder entgeht.

brian-eno.net

rogereno.com

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