Toms Soundseismograph: Isolated Youth

Okay, ich erkläre mir das so: vor ein paar Monaten hat irgendein Fan der 80er Jahre einen großen Kessel Postpunk mitten in Stockholm abgestellt und bis zum Rand mit Joy Division Zaubertrank gefüllt. Nachts sind die Jungs von Isolated Youth auf einer Streiftour durch die Stadt vorbeigekommen und haben kräftig in dem Soundelixier gebadet.

Danach gingen die vier jungen Burschen in ihren Proberaum, beim Einstöpseln der Gitarren gab es ein magisches Gebritzel und Geblitze und kawumm! entstanden kurz hintereinander fünf Songs, die klingen, als sei der heilige Geist der Kultband aus Manchester in sie gefahren. „Warfare“ heißt die EP von Isolated Youth, die mir stante pede so was von unter die Eighties-Haut gegangen ist, dass ich gleich im Anschluss Joy Divisions famoses musikalisches Vermächtnis „Closer“ aufgelegt habe.

Zugegeben, der leicht quengelige Gesang von Frontmann Axel Mårdberg ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig (wie eine Kreuzung aus Brian Molko von Placebo und David Surkamp von Pavlovs Dog), aber schon beim zweiten Track will man diese stimmliche Eigenart als besondere Charakteristik der schwedischen Postpunkrocker nicht mehr missen.

Bin sehr gespannt auf das erste vollständige Album der Jungs, das hoffentlich bald folgt. Sollte dieses nur halbwegs einlösen, was dieser EP-Vorgeschmack verspricht, ist diese Band the next big thing oder um im Bild ihres Videos zum Song „Math“ zu bleiben: die Stockholmer Jungspunde sind mit dem Fahrstuhl auf dem Weg nach oben.

https://www.isolatedyouth.com

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