Schmetterlinge im Ohr: Vampire Weekend

Das lange Warten hat sich gelohnt. Mit ihrem neuen Album „Father Of The Bride“ entschädigen Vampire Weekend ihre Fans für die sechs Jahre währende Geburt neuen Materials, das durchweg gelungen ist und entspanntes Frühsommergutelaunefeeling versprüht.

Lockerer, leichter, lässiger noch als bisher schwirrt da eine schöne Melodie nach der anderen aus den Kopfhörern, mal etwas verträumter, mal ein wenig progressiver, aber stets auf Harmonie bedacht. Wie ein Schwarm bunter Schmetterlinge flattern die Songs von Ezra Koenig und seiner Band von Soundblüte zu Soundblüte. Mit 18 Tracks haben Vampire Weekend eine Menge feinen Hörhonig gesammelt, den zu verkosten ein wahrer Genuss ist.



Das ist mit viel Liebe zum Detail und sehr abwechslungsreich angereicherter Indierock, der sich seiner vielen Popmomente nicht schämt, sondern dem Hörer voller Empathie offeriert. Äußerst kurzweilig, dafür aber lange nachwirkend und das Stimmungsbarometer nachhaltig auf heiter bis ausgelassen fröhlich hebend.

Schon das zauberhafte „Hold You Now“ zum Einstieg umarmt einen mit seinem Slide Gitarren Country Flair – ein herzliches Willkommen, dem 17 weitere ebenbürtige Songs folgen. Wirklich schwer, da auch nur einen Song hervorzuheben, weil das ganze Album ein einziger großer Garten voll schönster Klangfarben ist. Wobei es Vampire Weekend gelingt, die Lieder nicht zu überfrachten, sondern jedem Track genau die instrumentalen Akzente beizufügen, die man das gewisse Etwas nennt.

Besonders ans Herz gewachsen sind mir nach mehrmaligem kompletten Hören des Werks das ansteckend positive „This Is Life“ mit seiner schwingenden Calypsogitarre, das sanft melancholische „Unbearably White“ und das hinreißende „Married In A Gold Rush“, das umgehend Lust aufs „Ja-Sagen“ macht.

Apropos. Keine Ahnung, wer der im Albumtitel beschworene Vater der Braut ist. Aber er sollte sich unbedingt um Ezra Koenig als Schwiegersohn bemühen, denn der ist ein echter Charmebolzen, dessen musikalischen Verführungskünsten man gerne erliegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.