Poetisches Intermezzo

Im Zeitalter der digitalen Medien geben wir uns immer mehr dem Rausch der unzähligen Bilder hin und würdigen immer seltener die bildliche Kraft der Sprache. Abermillionen Fotos füllen tagtäglich die Smartphone-Speicher und sozialen Plattformen, vor lauter Knipsen und Schauen kommt man gar nicht mehr zur Ruhe. Selbst ich bin leider schon suchtgefährdet, all das Flüchtige bildlich zu manifestieren. Grund genug, für einen Moment innezuhalten in der permanenten Reizüberflutungsspirale und eine kurze Selbstbezichtigung in Form eines Tanka-Textes zu vollziehen, den ich heute morgen im Zug geschrieben habe.

Netz-Haut, entzündet,

gereizt von Bilderfluten

im Sekundentakt.

Der Mensch jagt Schimären nach

auf der Flucht vor Wirklichkeit.


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