Im Maskensommer – Tanka-Trilogie

Corona zeitigt neben menschlichem Zusammenhalt, Respekt und Rücksicht leider auch viele erschreckende Erscheinungen, Wahrnehmungen und Erkenntnisse. Zu den übelsten, bösartigsten gehören die derzeitigen demokratiediskriminierenden, unsere Grundwerte unterwandernden Demos, die von Rechtsradikalen, Menschen- und Menschenrechtsfeinden und kollektiver Verschwörer- und Egoistendummheit geprägt sind.

Mich schmerzt dabei vor allem, dass nun alle jene Sprachhoheit zu erlangen versuchen, die dieses wertvolle kulturelle Gut der Kommunikation und Verständigung vergiften und missbrauchen. Das macht mich als Liebhaber und Verfechters des Worts als Waffe, die mächtiger ist als das Schwert, tatsächlich fast sprachlos.

Aber nur fast. Nachfolgendes dreiteiliges Tanka habe ich heute angesichts dieser bizarren Bedrohung verfasst, die unseren aktiven Widerstand herausfordert. Gerade jetzt, 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs heißt es: Wehret den Anfängen, die mir längst überschritten scheinen.

I

Im Maskensommer,

als wir uns nur mit Blicken,

auf Abstand trafen,

starb die Sprache im Geschrei

ignoranter Verschwörer.

II

Diesem Hohn und Spott,

der Werte mit Füßen tritt,

Einhalt gebieten.

Gegen die Dummheit im Land

aufstehen, widerstehen.

III

Zurückerobern

das Wort, das vergiftete,

aus dem Schlund von Hass.

Lasst uns sprechen von Liebe,

der unbesiegbaren Macht.

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