Welcome back! Throwing Muses sind wieder voll da

40 Jahre ist die amerikanische Indierock-Band Throwing Muses bereits am Start. Allerdings mit größeren Unterbrechungen, weil die charismatische Frontfrau Kristin Hersh Mitte der 1990er Jahre verstärkt auf Solopfade ging. Mit durchweg großartigen Alben, die ich wärmstens zu hören empfehle.

Wie schön, dass die treibende weibliche Kraft jetzt auch wieder mal Lust auf Band hatte und auf ein gemeinsames Album. „Sun Racket“ setzt sieben Jahre nach dem fragmentarischen „Purgatory Paradise“ ein neues Ausrufezeichen hinter den Namen Throwing Muses. Auf dem Album harmonieren Gitarristin und Sängerin Hersh, David Narcizo (Drums) und Bernard Georges (Bass) prächtiger denn je.

Zehn fabelhafte Songs sind den Throwing Muses da gelungen, die zwischen Grungefeeling, Americana, Shoegaze und Dreampop die Ohren weit aufstoßen zum Hörgenuss. Man muss diese spröde, brüchige Stimme von Kristin Hersh einfach lieben, die ebenso kratzen und beißen kann wie geisterhaft flüstern.

Abwechslungsreiches, überzeugendes Songwriting

Im Opener „Dark Blue“ haben gleich mal die Gitarren das Wort und führen rau und kraftvoll ins Album ein. Gute alte Indierockschule, die weiß wo der Hammer hängen muss. „Bywater“ walzert als dreampoppiger Gegenentwurf dazu traumwandlerisch tänzelnd durchs Gehör. Die kaum zwei Minuten kurze Americana-Ballade „Maria Laguna“ schließt nahtlos an.

Rockriffstark geht’s über die „Bo Diddley Bridge“ zur psychedelisch angehauchten „Milk at McDonald’s“. „Upstairs Dan“ bezaubert als Showgaze-Ballade, die sich mit angerauten Gitarrenakkorden zunehmend mit Hershs Gesang duelliert. „St. Charles“ blitzt als zweite Miniatur auf, die rotzig daherkommt und weit mehr als nur Songskizze ist.

Einmal mehr erweist sich Kristin Hersh als inspirierte Songwriterin. „Frosting“ überzeugt als einer dieser nach vorne strebenden Killersongs, die die Throwing Muses schon immer prächtig beherrschten. Verträumt mäandert „Kay Catherine“ dahin mit akzentuiertem, dichtem Gitarrensound und Hershs einzigartiger Stimmveredelung in Molltönung.

Das finale wundervolle „Sue’s“ dreht sich als melodische Spirale ins Ohr und bleibt für lange dort. So wie „Sun Racket“ als Ganzes in nur 35 Minuten bleibenden Eindruck hinterlässt. Willkommen zurück, Throwing Muses! Wenn möglich, bitte dauerhaft! Brillante Solowerke von Kristin sind selbstredend weiterhin gerne gesehen.

throwingmuses.com

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