Stray Cats – Neo-Rockabilly Perlen

40 Jahre haben die Neo-Rockabilly-Urgesteine Stray Cats bereits auf dem Katzenbuckel. Zum Jubiläumsjahr streunen sie endlich wieder um die Häuser, ein neues Album im Schlepptau, das erste seit 26 langen Jahren. Und das hat es in sich. Das Trio um Mastermind Brian Setzer klingt so frisch und unverbraucht wie am ersten Tag, als die Jungs Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre dem guten alten Rock and Roll frischen Atem einhauchten.

Vom Start weg wird klar, dass hier eine eingespielte Formation zugange ist, die mit erfrischender Energie zu Werke geht. „Cat Fight (Over A Dog)“ verjagt mit seinem zum stolzen Buckel gereckten Selbstbewusstsein gleich mal die lästigen Hunde vom Hinterhof, die mit eingezogenem Schwanz den Katzen das Revier überlassen.

„Rock It Off“ hat den Rock and Roll nicht nur ansatzweise im Namen, sondern im Rockabilly-Blut. Die Riffs sitzen, die Rhythmusgruppe Lee Rocker und Slim Jim Phantom agiert so präzise wie cool und rollt Boss Setzer den roten Teppich über den Dancefloor. „I’ve Got Love If You Want It“ schlägt in die gleiche Kerbe – Dynamik pur. Mit „Cry Danger“ scharwenzelt dann ein wunderbar eingängiger, flüssig rollender Stampfer um die Ecke.

Was für ein Spaß, dieser Band beim Füllen der imaginären Tanzfläche zuzuhören, die ich ständig vor Augen habe, 12 famose Tracks lang. Erwähnenswert noch zwei Glanzlichter in einem an Highlights reichen Album. Zum einen das wundervolle „That’s Messed Up“, das einen ordentlich Schluck Blues aus der Whiskeypulle genommen hat und so lässig mit den Hüften wackelt, dass der selige Elvis von oben Beifall spendet.

Ganz weit vorne auch das Instrumental „Desperado“, das im Spaghettiwestern-Cinemascope-Format seine Stiefelsporenspuren im Rockabillysand hinterlässt. Sehr breitbeiniges Ding, zu dem man Clint Eastwood in die Abendsonne reiten sieht. Mit „I’ll Be Looking Out For You“ drehen die Stray Cats vor dem Finale noch mal mächtig auf. Ein Rocker, der – so seltsam die Kombination klingen mag – irgendwo zwischen Johnny Winter und Alvin Stardust klingt, also Glampuder auf die rauen Saiten wirft, die hier ein kurzes knackiges Solo spendieren.

Und wie es sich zum 40. gehört, präsentieren die Stray Cats ihre neuen und sicher jede Menge alter Hits auf ihrer Jubiläumstour, die sie im Juli auch zu vier Terminen nach Deutschland führt: 3.7. Berlin, 4.7. Köln, 9.7. Stuttgart, 11.7. München. Ich empfehle, schnell Tickets zu sichern, der Run dürfte groß sein. Viel Spaß!

http://www.stray-cats.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.